Digitalisierung 10 Min. Lesezeit

Buchungssystem auswählen: Die Checkliste für Studios

Der Markt für Buchungssysteme ist unübersichtlich: internationale Plattformen, Branchenlösungen, Baukästen mit Termin-Plugin. Die Systeme unterscheiden sich weniger in den Hochglanz-Features als in den Details, die du erst im Alltag bemerkst, und im Kleingedruckten des Preismodells.

Diese Checkliste führt dich durch die Entscheidungskriterien, die sich in der Praxis als die wichtigsten erwiesen haben. Am Ende weisst du, welche Fragen du jedem Anbieter stellen solltest, bevor du dich bindest.

1. Das Kostenmodell: Fixpreis oder Provision?

Die wichtigste Frage zuerst, weil sie langfristig am meisten Geld bewegt. Es gibt zwei Grundmodelle: einen fixen Monatspreis oder eine Provision pro Buchung beziehungsweise pro Neukunde. Provisionsmodelle wirken anfangs günstig, weil der Einstieg wenig kostet. Aber sie skalieren gegen dich: Je besser dein Studio läuft, desto mehr zahlst du. Bei Marktplatz-Plattformen kommt hinzu, dass deine Kunden auf der Plattform auch die Angebote deiner Mitbewerber sehen.

Ein Fixpreis-Modell wie bei Velunio ist kalkulierbar: Du weisst auf den Rappen genau, was das System pro Jahr kostet, egal ob du 50 oder 500 Termine im Monat abwickelst. Frage jeden Anbieter konkret: Was kostet mich das System bei doppelt so vielen Buchungen wie heute?

2. Der Funktionsumfang: was du wirklich brauchst

Lange Feature-Listen beeindrucken, aber im Studio-Alltag entscheiden wenige Kernfunktionen. Prüfe diese Punkte zuerst:

  • Online-Buchungsseite mit deinem Branding und eigenem Link
  • Kalender mit Tages-, Wochen- und Monatsansicht sowie Drag & Drop
  • Doppelbuchungsschutz, der Öffnungszeiten und Mitarbeiter-Verfügbarkeiten kennt
  • Automatische Bestätigungen und Erinnerungen
  • Stornieren und Verschieben durch den Kunden selbst
  • Kundenkartei mit Historie, Notizen und Dateien
  • Statistiken zu Umsatz und Auslastung

Alles darüber hinaus, etwa Marketing-Kampagnen oder ein Finanzen-Modul, ist wertvoll, sobald die Basis sitzt. Ein Überblick, wie diese Funktionen ineinandergreifen, findet sich auf der Funktionen-Seite.

3. Schweizer Besonderheiten: TWINT, CHF und Datenschutz

Internationale Systeme unterschätzen regelmässig, was in der Schweiz Standard ist. TWINT ist hierzulande eines der meistgenutzten Zahlungsmittel, fehlt aber bei vielen ausländischen Anbietern. Dasselbe gilt für Preise in CHF ohne Umrechnungsaufschlag und für Support auf Deutsch. Beim Datenschutz solltest du auf zwei Ebenen achten: Konformität mit der DSGVO und mit dem Schweizer Datenschutzgesetz (DSG), inklusive eines Auftragsverarbeitungsvertrags (AVV), den dir der Anbieter aktiv zur Verfügung stellt.

4. Einrichtung und Umstieg: Stunden, nicht Wochen

Ein gutes System ist ohne Schulung verständlich und in Stunden einsatzbereit. Achte auf Einrichtungshilfen wie Branchen-Vorlagen, die übliche Services mit Dauer und Richtpreis vorschlagen, statt dich vor leere Formulare zu setzen. Der Umstieg vom Papier-Terminbuch oder von einem anderen System gelingt am besten schrittweise: erst der Kalender fürs Team, dann der Buchungslink für die Kundschaft. Wie so ein Umstieg abläuft, zeigt der Artikel zur Digitalisierung im Studio.

5. Mitarbeiter und Wachstum

Auch wenn du heute allein arbeitest: Prüfe, was passiert, wenn dein Team wächst. Wichtig sind eigene Verfügbarkeiten und Kalender pro Mitarbeiter, die Wahl der Wunschperson bei der Online-Buchung und ein Preismodell, das pro Plan statt pro Kopf abrechnet. Bei Velunio deckt der Starter-Plan eine Person ab, Pro bis fünf und Business unbegrenzt viele, ein Wechsel ist jederzeit möglich. Mehr zur Teamplanung liest du unter Terminplanung im Team.

6. Datenhoheit: Wem gehören deine Kundendaten?

Deine Kundenkartei ist über Jahre gewachsenes Kapital. Kläre vor dem Vertrag: Kannst du deine Daten exportieren? Was passiert bei einer Kündigung? Nutzt der Anbieter deine Kundendaten für eigene Zwecke, etwa um ihnen Angebote anderer Studios zu zeigen? Seriöse Anbieter beantworten diese Fragen klar und schriftlich, bei Marktplatz-Modellen lohnt sich ein besonders genauer Blick.

7. Die Testphase richtig nutzen

Nutze kostenlose Testphasen nicht zum Herumklicken, sondern für einen echten Probelauf: Richte deine tatsächlichen Services ein, trage eine reale Woche Termine ein und lass zwei, drei Stammkunden probehalber online buchen. So merkst du innerhalb weniger Tage, ob das System zu deinem Alltag passt. Achte auch darauf, wie die Testphase endet: fair ist, wenn erst nach Ablauf belastet wird und du vorher jederzeit kostenlos kündigen kannst.

Fazit: Die richtigen Fragen stellen

  1. Was kostet das System bei doppelt so vielen Buchungen? (Fixpreis schlägt Provision)
  2. Sind die sieben Kernfunktionen vollständig abgedeckt?
  3. Gibt es TWINT, CHF-Preise, deutschen Support und einen AVV?
  4. Ist das Studio in Stunden startklar, mit Vorlagen für meine Branche?
  5. Was kostet Wachstum, und wem gehören meine Daten?

Wer diese fünf Fragen stellt, sortiert den Markt schnell aus. Und falls du Velunio dabei auf die Probe stellen willst: Die Preisseite beantwortet die Kostenfrage transparent, alles Weitere zeigt die 14-tägige Testphase.

Häufige Fragen zum Thema

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